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Underground Railroad - Colson Whitehead

Die Underground Railroad, ein unterirdisches Netzwerk, in dem Menschen ihr Leben riskieren, um Sklaven aus dem Süden Amerikas in den Norden zu bringen, wo sie eine Chance auf ein freies Leben haben. Doch kann man als schwarzer Sklave im Amerika des 19. Jahrhunderts wirklich jemals frei sein?

Cora ist als Tochter einer Sklavin auf einer Baumwollplantage geboren worden und kennt daher kein Leben in Freiheit. Erst Caesar kann sie dazu überreden, mit ihm zu kommen und die Flucht zu wagen. Ein Scheitern würde den sicheren Tod für beide bedeuten. Caesar hat Kontakte zur Underground Railroad und so beginnt für Cora der Kampf um ihre Freiheit.

Das Buch hat mich sehr beeindruckt. Colson Whitehead schildert die brutale Realität der Sklaverei, die so unglaublich erscheint, doch für einen Großteil der schwarzen Bevölkerung Alltag war. Als Leser taucht man ein in den tiefsten Süden, wo ein schwarzes Leben nichts weiter als eine Ware, ein Eigentum und Arbeitskraft war. Skrupellose Sklavenjäger reisen durch das ganze Land, um entflohenes Eigentum dem rechtmäßigen Besitzer zurück zu bringen. So etwas wie Freiheit gibt es für jemanden mit dunkler Hautfarbe nicht. Auch Cora wird diese Illusion schnell genommen.

Ich finde das Buch unheimlich gut recherchiert. Auch wenn das Konstrukt der Underground Railroad hier wortwörtlich umgesetzt wurde, was in der Realität nicht so gewesen ist, kann man sich sehr gut in die damalige Zeit hinein versetzen. Ich finde es beängstigend, wie gut es dem Autor auch gelungen ist, hier Aspekte des Holocausts mit einzubringen, wie z.B. die medizinischen Experimente, die an angeblich "freien" Sklaven durchgeführt werden oder Coras Versteck auf dem Dachboden, das an Anne Franks Schicksal angelehnt ist. Das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht.

"Underground Railroad" ist ein wichtiges Buch über eine dunkle Zeit, dessen Auswirkungen leider heute noch spürbar sind. Von mir gibt es dafür eine ganz klare Leseempfehlung. Es ist wahrscheinlich eines der besten Bücher dieses Jahres.
2.9.17 11:01


Heimkehren - Yaa Gyasi

Was für ein beeindruckendes Buch! Anhand zweier Schwestern, die sich nie begegnet sind, verfolgt es die Geschichte der schwarzen Afrikaner. Effia, die einen weißen Sklavenhändler aus England geheiratet hat und Esi, die als Sklavin nach Amerika verschifft wurde. Die Geschichte der beiden wird über die nachfolgenden Generationen hinweg weiter erzählt. An Effias Nachkommen wird die Scham weitergegeben, von einem Sklavenhändler abzustammen, während Esis Nachkommen um ihr Überleben auf dem neuen Kontinent zu kämpfen haben.
In Marcus und Marjorie treffen sich schließlich in unserer Zeit die jüngsten der Nachkommen. Sie begegnen sich in Amerika, ohne zu wissen, dass sie von Schwestern abstammen und kehren schließlich zurück in das Land ihrer Vorfahren.

Das Thema Feuer und Wasser zieht sich von Anfang an durch das Buch. Effia wird verfolgt von der Angst vor Feuer, ihre Kinder und Kindeskinder werden von Alpträumen von der Frau aus dem Feuer geplagt und so zieht sich die Angst vor dem Feuer durch die Familie. Bei Esi ist es die Angst vor dem Wasser. Als Sklavin nach Amerika verschifft fürchtet sie das Wasser, das Grenzenlose und große Unbekannte, was damit einhergeht. Ich finde das auf dem Cover sehr passend und schön dargestellt.

Mich hat das Buch tief beeindruckt. Die Autorin schafft es, starke Bilder zu erzeugen. Das Leiden der Charaktere wird dadurch umso greifbarer. Man fühlt mit, nicht nur mit den Charakteren im Buch, sondern für die Menschen, die durch diese repräsentiert werden. Ich finde es sehr interessant, in die afrikanische Kultur einzutauchen und die Geschichte der Sklaverei ein bisschen mehr verstehen zu können.

Ich finde, es ist ein wichtiges Buch, dessen Thema leider immer noch aktuell ist, in einer Welt, in der Leute immer noch aufgrund ihrer Hautfarbe unterschiedlich behandelt werden. Ein ganz großes Dankeschön an die Autorin, die dieses Thema so sensibel und gründlich aufgearbeitet und in eine wunderbare Geschichte verpackt hat.
2.9.17 10:46


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