Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 


 
Freunde
   
    anderswo.ist.nirgendwo

   
    el.commandante

   
    buchmagie
   
    ellensliteraturbus

    buch.lesezeichen
    - mehr Freunde



Letztes Feedback
   25.05.17 22:39
    http://notifoto.com/vict


http://myblog.de/books-books

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Runaway - David Sedlaczek

Frederick Hagel sitzt seit 18 Jahren unschuldig in der Psychiatrie. Er sinnt auf Rache an denjenigen, die Schuld an seinem Schicksal sind. 18 Jahre lang hat er nicht an eine Flucht geglaubt, doch als er eines Abends jemanden im Publikum einer Baseballspielübertragung sieht, gibt ihm das den letzten Kick, um doch einen Versuch zu unternehmen. Kann er endlich seine lang geplante Rache in die Tat umsetzen?

Die Idee des Buches fand ich spannend. Man möchte wissen, was in Fredericks Leben schief gelaufen ist, dass er nun unschuldig in der Psychiatrie sitzt. Und vor allem, wer ist Schuld daran und hat er jemals eine Chance, seine Rache zu nehmen? Das klingt sehr spannend. Doch in der Umsetzung der Idee hakt es.

Mir persönlich war der Schreibstil viel zu distanziert. Ich konnte mich mit Frederick nicht identifizieren. Auch wenn teilweise seine Gedanken sehr ausführlich beschrieben wurden, konnte ich nicht mit ihm mitfühlen. Mir haben die Emotionen durchweg gefehlt. Teilweise kam mir das Buch eher wie ein Drehbuch vor, weil so viel beschrieben wurde, aber keine richtige Handlung aufkam oder Emotionen geweckt wurden.

Auch kamen wir ein paar Details unrealistisch vor, z.B. woher Frederick das Geld hat, sich monatelang in Motels einzumieten (teilweise in mehreren gleichzeitig?) und woher er das technische Know-How hat, wenn er seit den 80er Jahren keinen Zugang zu Computern oder Internet hatte. Das wurde zwar damit begründet, dass er in der Psychiatrie entsprechende Magazine gelesen hat, doch ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der vorher noch nie vor einem Computer saß, einfach in ein Internetcafé hereinspazieren und Google bedienen kann.

Die Geschichte an sich hätte wirklich fesselnd sein können, es war viel Potential da. Doch leider schien mir das Buch aus den oben genannten Gründen insgesamt zu holprig.

Gut durchdacht fand ich allerdings das Ende. Solche Wendepunkte hätte ich mir auch innerhalb der Geschichte mehr gewünscht, da vieles viel zu linear war und glatt ging.
8.10.17 10:53


Kein guter Ort - Bernhard Stäber

Arne Eriksen ist Psychiater in Südnorwegen. Schon in seiner Vergangenheit hat er der Polizei durch eigenständige Ermittlungen weitergeholfen. Und so ist es auch hier wieder. Als die Tochter des Polizeichefs, Janne, zu Arne in die Klinik geschickt wird, um ihre Drogensucht behandeln zu lassen, erweckt ein alter Mordfall ihr Interesse. Als Janne aus Neugier das heute verlassene Hotel an der Rabenschlucht aufsucht, in der Vater und Tochter einer deutschen Einwandererfamilie zu Tode gekommen sind, findet sie das versteckte alte Tagebuch der überlebenden Schwester. Sie zieht ihre eigenen Schlüsse zur Aufklärung des Mordes daraus und zieht Arne mit in den Fall. Ist der Täter von damals etwa immer noch ganz in der Nähe?

Das Buch ist sehr spannend geschrieben. Eine alte Mordgeschichte um ein unheimliches, verlassenes Hotel, in dem es heutzutage spuken soll. Das vermittelt eine gruselige Atmosphäre. Die Idee mit dem geheimen Tagebuch bringt einen als Leser selber zum Grübeln, da man so die Tage vor dem Mord aus Sicht der überlebenden Schwester nacherleben kann und so auch an Informationen gelangt, die die Polizei damals in ihren Ermittlungen nicht hatte. So stellt man als Leser eigene Vermutungen bezüglich möglichen Täter und Motive und es ergeben sich immer wieder unerwartete Wendungen.

Arne ist auch ein sehr spezieller Charakter. Ein Psychiater, der gerne eigene Ermittlungen anstellt und dabei auf bewusstseinserweiternde Mittel zurückgreift. Das war etwas Neues für mich und fand ich durchaus interessant. Überhaupt fand ich den Krimi erfrischend anders. Es braucht hier kein brutales Verbrechen. Hier reichen die teils unheimlichen Bilder, die der Autor vor dem Auge des Lesers auftauchen lässt, oftmals ohne ihn wissen zu lassen, was davon der Realität entspricht und was Einbildung der Figuren ist.

Sehr interessant fand ich das sich durch den Krimi durchziehende Thema des Buches: Orte können einen Menschen beeinflussen, im positiven wie auch im negativen Sinne. Welchen Einfluss haben Energien eines Ortes auf einen Menschen? Können sie ihn zu einem Mord treiben?

„Kein guter Ort“ ist ein sehr spannender Krimi, der erfrischend anders ist als der typische Norwegen-Krimi. Ich würde das Buch auf jeden Fall jedem Krimi-Fan weiterempfehlen, der nicht unbedingt ein brutales, blutiges Verbrechen braucht, und offen ist für neue Elemente.
8.10.17 10:06


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung