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Als der Teufel aus dem Badezimmer kam - Sophie Divry

"Als der Teufel aus dem Badezimmer kam" ist wahrscheinlich eins der außergewöhnlichsten Bücher, die ich gelesen habe. Der Schreibstil besticht durch viel Fantasie, ganz spezielle Gedankengänge der Protagonistin und überraschende Wendungen. Doch trotz des Außergewöhnlichen dreht sich die Geschichte doch über Themen, die viele Leute nachvollziehen können oder selber schon einmal durchgemacht haben: Geldmangel durch ausbleibende Aufträge, dadurch resultierende Angst um das eigene Überleben, doch auch Unterstützung in Form von Freunden und Familie.

Als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung ist Sophie auf Aufträge angewiesen. Als diese ausbleiben, muss sie sich neue Wege suchen, um irgendwie an Geld zu kommen, um ihre Rechnungen zu begleichen. Und dies tut sie auf sehr kreative Weise: sie schreibt ein Buch über ihre Situation. Doch darin beschreibt sie nicht einfach nur ihr Leben, sondern auch sehr viel darüber, was in ihrem Kopf vor sich geht. Das Resultat sind außergewöhnliche Gedankengänge, teilweise lange, verschachtelte Sätze, die auch nicht immer zum Ende kommen oder seitenlange Listen, wie z.B. von Männern, die für sie nicht in Frage kommen würden.

Ich muss zugeben, so interessant dieses Buch und vor allem Sophie als Charakter auch ist, hat mich dieses Ausschweifende manchmal genervt. Wenn ich z.B. schon drei Seiten einer Liste zu einem Thema gelesen habe, überspringe ich die restlichen fünf Seiten, über die sich dieselbe Liste noch hinzieht, einfach, denn dafür ist mir meine Zeit zu schade.
Doch ich möchte auf jeden Fall die Kreativität loben, die in diesem Buch steckt. Sophie ist außergewöhnlich und man kann sie einfach nur ins Herz schließen mit ihren begeisterten Ideen und spritzigem Wortwitz.

Das Buch hat mir also insgesamt gut gefallen, auch wenn es teilweise sehr speziell ist und man einiges bestimmt auch hätte kürzen können.
8.10.17 09:50


Underground Railroad - Colson Whitehead

Die Underground Railroad, ein unterirdisches Netzwerk, in dem Menschen ihr Leben riskieren, um Sklaven aus dem Süden Amerikas in den Norden zu bringen, wo sie eine Chance auf ein freies Leben haben. Doch kann man als schwarzer Sklave im Amerika des 19. Jahrhunderts wirklich jemals frei sein?

Cora ist als Tochter einer Sklavin auf einer Baumwollplantage geboren worden und kennt daher kein Leben in Freiheit. Erst Caesar kann sie dazu überreden, mit ihm zu kommen und die Flucht zu wagen. Ein Scheitern würde den sicheren Tod für beide bedeuten. Caesar hat Kontakte zur Underground Railroad und so beginnt für Cora der Kampf um ihre Freiheit.

Das Buch hat mich sehr beeindruckt. Colson Whitehead schildert die brutale Realität der Sklaverei, die so unglaublich erscheint, doch für einen Großteil der schwarzen Bevölkerung Alltag war. Als Leser taucht man ein in den tiefsten Süden, wo ein schwarzes Leben nichts weiter als eine Ware, ein Eigentum und Arbeitskraft war. Skrupellose Sklavenjäger reisen durch das ganze Land, um entflohenes Eigentum dem rechtmäßigen Besitzer zurück zu bringen. So etwas wie Freiheit gibt es für jemanden mit dunkler Hautfarbe nicht. Auch Cora wird diese Illusion schnell genommen.

Ich finde das Buch unheimlich gut recherchiert. Auch wenn das Konstrukt der Underground Railroad hier wortwörtlich umgesetzt wurde, was in der Realität nicht so gewesen ist, kann man sich sehr gut in die damalige Zeit hinein versetzen. Ich finde es beängstigend, wie gut es dem Autor auch gelungen ist, hier Aspekte des Holocausts mit einzubringen, wie z.B. die medizinischen Experimente, die an angeblich "freien" Sklaven durchgeführt werden oder Coras Versteck auf dem Dachboden, das an Anne Franks Schicksal angelehnt ist. Das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht.

"Underground Railroad" ist ein wichtiges Buch über eine dunkle Zeit, dessen Auswirkungen leider heute noch spürbar sind. Von mir gibt es dafür eine ganz klare Leseempfehlung. Es ist wahrscheinlich eines der besten Bücher dieses Jahres.
2.9.17 11:01


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